Selbstbewusste Frauen in die Politik

15. Oktober 2019

Am Dienstag wurde an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg die Ausstellung des Bayerischen Landtags, "Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort!", eröffnet. Die SPD-Fraktionsvize Margit Wild hat die Ausstellung nach Regensburg geholt. "Man könnte meine, wir hätten heute alles erreicht - alle Wege stehen uns offen. Aber wenn wir an die Spitzen von Unternehmen, Politik und Wissenschaft schauen, dann sind da immer noch in erster Linie Männer", so Wild bei der Begrüßung. Sie forderte die Frauen auf, selbstbewusst und solidarisch zu sein.

Margit Wild eröffnet die Ausstellung an der Ostbayerischen Technischen Hochschule
Margit Wild eröffnet die Ausstellung an der Ostbayerischen Technischen Hochschule

Professorin Klaudia Winkler, eröffnete die Ausstellung als Hausherrin. Auch sie sprach die geringe Frauenquote unter den Professoren an der OTH an. "Aber wir sind auf einem guten Weg, den wir konsequent weiterverfolgen müssen". Auch betonte sie, dass es viele qualifizierte und kluge Frauen gäbe.

Der 19. Januar 1919 war ein Meilenstein im Kampf um Gleichberechtigung: Frauen in Deutschland durften erstmals wählen. Der Bayerische Landtag würdigt das 100-jährige Jubiläum mit einer Erweiterung der Ausstellung „Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort!”. Seit April 2019 geht die aktualisierte Wanderausstellung auf Tour durch ganz Bayern. Bis zum 21. Oktober ist sie noch an der OTH in Regensburg zu sehen.

Frauen in der Politik sind ganz normal. Die Zeiten, in denen Frauen weder wählen noch sich wählen lassen durften – vergessen. Doch die Feierlaune zum 100. Jubiläum des Frauenwahlrechts ist für viele Politikerinnen getrübt: Von Parität kann noch keine Rede sein. Und es gibt Rückschläge – im Deutschen Bundestag etwa sinkt der Frauenanteil seit einigen Jahren wieder. Das gilt auch für den Bayerischen Landtag, dort sind es inzwischen 27 Prozent.

Demokratieentwicklung und Frauenrechte sind aufs Engste miteinander verknüpft. Wie könnte es auch anders sein! Demokratie – also die Herrschaft des Volkes – wäre nicht denkbar, wenn eine Hälfte dieses Volkes nicht gleichberechtigt an den politischen Entscheidungsprozessen beteiligt wäre.

Insgesamt 178 Mandatsträgerinnen haben in den vergangenen 70 Jahren (1946 bis 2016) im Bayerischen Landtag die Geschichte der parlamentarischen Demokratie entscheidend mit geprägt. Woher kamen diese Frauen? Aus welchem gesellschaftlichen Umfeld, mit welchen Kompetenzen engagierten sie sich für welche Themen? Diesen Fragen gehen ein umfangreicher Katalog und die Ausstellung, konzipiert von Prof. Dr. Daniela Neri-Ultsch, Universität Regensburg, auf den Grund.

Auf beleuchteten Stelen werden Stellung und Rolle der Parlamentarierinnen ebenso thematisiert wie ihr politisches Selbstverständnis. Interaktive Monitore präsentieren zahlreiche Biografien und beleuchten den individuellen Lebensweg starker Frauen.

Professorin Neri-Ultsch führte am Dienstag bei der Eröffnung in die Ausstellung ein und erklärte die Konzeption. Außerdem zeichnete sie die Entwicklung des Frauenwahlrechts in Bayern nach.

Professorin Neri-Ultsch führte in die Konzeption der Ausstellung ein
Professorin Neri-Ultsch führte in die Konzeption der Ausstellung ein

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