SPD-Anfrage: Nur die Hälfte aller Schulen in Bayern mit schnellem Internet ausgestattet

11. August 2020

Die bayerischen Schulen sind nur unzureichend mit schnellem Internet ausgestattet. Das hat eine Anfrage der bildungspolitischen Sprecherin Margit Wild ergeben. Demnach haben von den 6.022 Schulen in Bayern nur 3.083 eine Internetverbindung, die schneller als 16 Mbit/s ist. 45 Schulen haben überhaupt keinen Internetanschluss, 783 eine Verbindung, die maximal 6 Mbit/s schnell ist.

"Die meisten privaten Haushalte haben deutlich schnellere Internetverbindungen als unsere Schulen", erklärt Wild. "Das wissen wir zwar schon lange, aber dass die Zahlen dermaßen schlecht sind, überrascht dann doch!" Insbesondere angesichts der Corona-Pandemie sei dies ein erschreckender Befund, so die SPD-Politikerin. Die durchschnittliche Internetgeschwindigkeit in Bayern liegt bei knapp 23 Mbit/s (siehe hier ), in den Städten liegt sie oftmals deutlich höher.

„Seit Jahren ist Digitalisierung ein Kernpunkt unserer Bildungspolitik. Die Staatsregierung hat dieses Feld aber jahrelang sträflich vernachlässigt - das rächt sich jetzt. So können Homeschooling und digitale Bildung nicht funktionieren. Die Untätigkeit der Staatsregierung geht zu Lasten unserer Kinder.“

Der Fraktionsvorsitzende Horst Arnold erklärt, wie die Staatsregierung den Ausbau des schnellen Internets an den Schulen monatelang blockiert hat. Zuerst habe sie den bayerischen Digitalpakt im März 2019 auslaufen lassen. Als dann der Bund 774 Millionen Euro locker machen wollte, habe die Staatsregierung dieses Vorhaben wochenlang hinausgezögert - einer dafür nötigen Grundgesetzänderung wollte sie nicht zustimmen.

"Wer die Kommunen als Sachaufwandsträger diesbezüglich monatelang im Unklaren lässt, braucht sich über den jetzigen Ist-Zustand nicht wundern!", so Arnold. Die Staatsregierung habe die Digitalisierung der Schulen vergeigt. Zur Ablenkung schwadroniere Söder vom Digitalisierungsturbo (siehe hier ). "Gleichwertige Lebensverhältnisse sind seit 2013 festes Ziel in der Verfassung. Das, was die Staatsregierung zu bieten hat, ist allenfalls ein Schneckenturbo. Gerechte Bildungsteilhabe ist in Bayern nach wie vor vom Wohnort und dem Einkommen abhängig."

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