"Bildungspolitischer Dilettantismus"

09. April 2018

Kultusminister Bernd Sibler hat angekündigt, dass künftig kein Islam-Unterricht mehr an bayerischen Schulen angeboten werden soll. Der Ministerpräsident setzt noch einen drauf und möchte die erfolgreichen Übergangsklassen durch die vor vielen Jahren bereits abgeschafften D-Klassen ersetzen.

"Das ist bildungspolitischer Dilettantismus", kommentiert Margit Wild diese Vorschläge. "Die Übergangsklassen sind erfolgreich und funktionieren gut. Der ehemalige Bildungsminister Dr. Spaenle wurde auch nicht müde, das zu betonen". Wer jetzt ausländische Schülerinnen und Schüler ausschließlich im Fach Deutsch unterrichten möchte, habe das Prinzip von Bildung nicht verstanden, kritisiert die Bildungspolitikerin Wild. "Kinder lernen Sprache ja nicht nur durch den reinen Sprachunterricht, sondern durchaus aus sachbezogen durch andere Inhalte. Es macht keinen Sinn, das komplett zu trennen".

Auch der staatliche Islam-Unterricht sei wichtig, weiß Wild: "Der Modellversuch Islam-Unterricht läuft jetzt sehr erfolgreich und wurde bereits zwei Mal verlängert. Staatlich kontrollierter Islam-Unterricht beugt Radikalisierung vor. Wenn wir an unseren Schulen einen Ethik- und Werteunterricht anbieten, aber keinen Islam-Unterricht, werden die muslimischen Schülerinnen und Schüler eben in Koranschulen unterrichtet - das wollen wir eben nicht". Wild hält es für sinnvoller, wenn an den bayerischen Schulen ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung stünden und die Qualifikation mit Deutsch-als-Zweitsprache ausgebaut würde. "Die CSU-Politiker lenken mit solchen Parolen nur von ihrem eigenen Versagen ab".