150 Frauen beim Sit-in für Halbe-Halbe im Bayerischen Landtag

18. März 2019

Über 150 Frauen aus ganz Bayern haben sich am Samstag (16. März) im Landtag zum Sit-in für mehr Gleichberechtigung in der Politik getroffen. Ihr Ziel: 50 Prozent Frauen in die Parlamente. Sie unterstützten mit ihrer Demonstration den Parité-Gesetzentwurf der SPD im Landtag. Auf Einladung der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und frauenpolitischen Sprecherin Dr. Simone Strohmayr und Fraktionsvizin Margit Wild kamen Frauen von zwei bis 90 Jahren aus zahlreichen Frauenverbänden, vom Stadtbund Münchner Frauenverbände, den "Omas gegen Rechts", der Katholischen Arbeiterbewegung, der Polizeigewerkschaft und dem Journalistinnenbund. Vertreten waren auch ehemalige Politikerinnen wie die Münchner Bürgermeisterin Gertraud Burkert oder die ehemalige Landtagsabgeordnete Dr. Hildegard Kronawitter sowie etliche Stadt- und Gemeinderätinnen.

Sit-in für 50 Prozent Frauen in den Parlamenten. Fast alle Frauen tragen nach dem Vorbild der ersten Parlamentarierinnen weiße Blusen.
Sit-in für 50 Prozent Frauen in den Parlamenten. Fast alle Frauen tragen nach dem Vorbild der ersten Parlamentarierinnen weiße Blusen.

"Dieser Moment ist einzigartig", rief Strohmayr im Plenarsaal. Fast alle Frauen, die im Halbrund Platz genommen hatten, trugen weiße Blusen - wie die ersten Abgeordneten, die vor 100 Jahren in die Parlamente einzogen. Sie seien der Beweis dafür, dass Frauen sich für Politik interessierten und mutig das eigene Schicksal in die Hand nähmen. Das sei angesichts eines wieder sinkenden Frauenanteils in den Parlamenten auch bitter nötig. Auch im Bayerischen Landtag sei er von zuletzt 31 Prozent auf 26 Prozent gesunken. "Da ist noch Luft nach oben", rief die Frauenpolitikerin. Ziel müssten 50 Prozent weibliche Abgeordnete sein, schließlich stellten die Frauen sogar 51 Prozent der Bevölkerung in Bayern! Politikerinnen machen mehr Druck bei Frauenthemen, da ist sich Strohmayr sicher. Dann werde es nicht mehr so sein, dass sich der Plenarsaal langsam leere, wenn es um Frauenhäuser gehe, ist sich Strohmayr sicher.